Erste Herren steht mal wieder vor einem Herzschlagfinale

Im letzten Heimspiel der regulären Saison machen die Boyer ihre Hausaufgaben und bezwingen den BSV GW Wesel-Flüren mit 9:6. Da der Lokalrivale TTC 47 beim Konkurrenten Adler Frintrop verliert, ist der direkte Klassenerhalt trotz ausgeglichenem Punktekonto immer noch nicht gesichert.
Nach zuletzt drei Niederlagen und teilweise unerwarteten Erfolgen der Konkurrenz ging Olympia punktgleich mit dem achten Platz, der den Gang in die Abstiegsrelegation bedeutet, in das letzte Heimspiel der Saison. In den bisherigen Aufeinandertreffen hatte sich der Gegner aus Wesel stets als äußerst unangenehmer Gegner präsentiert. Der Tabellenzehnte ist gespickt mit Spielern, die sich hervorragend darauf verstehen, ihre Gegner durch starke Aufschläge und variantenreiches Spiel nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Auch in der Hinrunde hatte Olympia sich nach hartem Kampf und hohem Rückstand nur mit größter Mühe zurückgekämpft und am Ende einen denkbar knappen und etwas glücklichen 9:7 Auswärtssieg eingefahren.
In der gut gefüllten Halle der ehemaligen Körnerschule tat sich der Gastgeber erneut schwer. Die Zwillinge Marvin und Sven Mackenberg quälten sich in vier knappen Sätzen zu einem mühevollen Sieg während am Nebentisch Hendrik Paskuda/ Kai Wilke eine deutliche Niederlage einstecken mussten. Nachdem das dritte Doppel von Matthias Siebert/ Thomas Freydzon in vier Sätzen verloren ging, musste das obere Paarkreuz der Boyer- wie schon im Hinspiel- mit einem 1:2 Rückstand in seine ersten Einzel gehen.
Dabei fand Marvin Mackenberg gegen den Weseler Christians zunächst nicht ins Spiel und lag mit 0:2 Sätzen zurück. Danach gelang es ihm immer besser, Kontrolle zu erlangen und er drehte zur Erleichterung aller, die es mit Olympia halten, sein Einzel und sorgte für den 2:2 Ausgleich. Zwillingsbruder Sven setzte sich gegen den starken Wolfgang Gerth in vier Sätzen durch, wobei er bei keinem seiner gewonnenen Sätze ernsthaft in Gefahr geriet.
Im mittleren Paarkeruz legte Hendrik Paskuda nach und setzte sich gegen das unrhytmische Spiel und die unangenehmen Aufschläge des Weselers Lantermann nach mühevollen vier Sätzen durch. Kai Wilke wehrte sich gegen den stark aufspielenden Becks nach Kräften, konnte aber eine Dreisatzniederlage nicht verhindern.
Auch im unteren Paarkreuz kam es zu einer Punkteteilung. Matthias Siebert setzte sich souverän gegen Görg durch, während sich Thomas Freydzon am Nebentisch trotz großen Einsatzes gegen den unorthodox spielenden Weseler Seibert verlor. Nach dem ersten Durchgang lagen die Gastgeber somit knapp mit 5:4 in Führung.
Im zweiten Durchgang stellten die Mackenberg-Zwillinge erneut ihre Stärke unter Beweis und bauten die Führung durch zwei Einzelerfolge auf 7:4 aus. Dabei kam es im Duell der Spitzenbretter zwischen Marvin Mackenberg und Wolfgang Gerth zu vielen langen und sehenswerten Topspinrallyes, die immer wieder in spektakulären Endschlägen ihren Höhepunkt fanden. Am Ende setzte sich der Boyer nach vier knappen Sätzen durch.
Im mittleren Paarkreuz kam es im Anschluss zu zwei Einzeln mit recht deutlichem Ausgang. Hendrik Paskuda fand wie zuvor Kai Wilke kein richtiges Rezept gegen das sichere und druckvolle Angriffsspiel von Becks und musste seinem Gegner nach drei Sätzen gratulieren. Kai Wilke zeigte in seinem zweiten Einzel des Abends eine sehr gute Leistung. Mit klugen Spin- und Tempovariationen beraubte er seinen Gegner Lantermann seiner Stärken, setzte sich deutlich in drei Sätzen durch und baute die Führung seiner Mannschaft auf 8:5 aus.
Im unteren Paarkreuz musste sich auch Matthias Siebert dem unangenehmen Spiel von Oliver Seibert beugen, so dass es an dem jungen Thomas Freydzon war, die Partie für den Gastgeber zu entscheiden. Beim Stand von 1:1 Sätzen gewann er gegen Görg den wichtigen dritten Satz in der Verlängerung und ging im vierten Satz schnell in Führung. Nach drei verspielten Matchbällen wurden die Nerven des Jungtalentes und aller Boyer beim Stand von 10:7 noch einmal strapaziert. Aber nach einem klugen Timeout durch Kai Wilke verwandelte Freydzon seinen vierten Matchball und sorgte für die umjubelte Entscheidung zugunsten seiner Mannschaft.

Nur wenige Minuten nach Spielschluss ereilte die Boyer die Kunde vom Sieg des Konkurrenten Frintrop gegen den Lokalrivalen TTC 47. Mannschaftskapitän Matthias Siebert hatte zwar auf Schützenhilfe gehofft, konnte sich aber ob der kuriosen Tabellensituation ein Grinsen nicht verkneifen: „Wir haben vor dem letzten Spieltag ein ausgeglichenes Punktekonto. Damit haben wir alle Erwartungen übertroffen und sämtliche Vereinsrekorde pulverisiert. Einerseits ist es unglaublich, dass wir mit dieser phantastischen Punktausbeute noch nicht durch sind, andererseits hätte es mich überrascht, wenn wir mal einen entspannten Saisonausklang hätten. Ein Herzschlagfinale gehört bei uns irgendwie dazu. In den letzten fünf Jahren ist viermal die Enscheidung über unseren Aufstieg oder den Klassenerhalt am letzten Spieltag gefallen.“
Die Konstellation für das Saisonfinale verspricht unglaubliche Spannung. Olympia und Adler Frintrop stehen mit 21:21 Punkten auf dem siebten und achten Tabellenplatz, wobei Olympia ein besseres Spieleverhältnis aufweist. Sowohl Olympia als auch Frintrop treten am letzten Spieltag als Außenseiter auswärts an. Olympia reist zum Tabellenzweiten MTG Horst, Frintrop tritt beim Tabellendritten TTV Altenessen an. Olympia würde auf den Abstiegsrelegationsplatz zurückfallen, wenn Frintrop nach Punkten vorbeiziehen kann. In einer Woche ist entschieden, ob die Saison trotz der starken Leistung in die Verlängerung geht.
Bildquellen
- Sven Marvin Action 1: Felix Hoffmann / WAZ Bottrop Lokalsport | All Rights Reserved
- Herren I 2018/2019 Header: Markus Bloch / Olympia Bottrop | All Rights Reserved